Dienstag, 29. Oktober 2013

Costumes and Crime

Nachdem die ersten zwei Wochen erwartungsgemäß voller Papierkrieg und Botengängen zu verschiedenen Instituten war, bin ich nun endlich "angekommen". Und um das zu feiern habe ich mich am vergangenen Wochenende direkt mal ins 4 Stunden südlich gelegene San Diego begeben. Wer gut aufgepasst hat wird sich erinnern, dass ich dort schon einmal war, aber einmal ist ja bekanntlich keinmal.

Der Anlass war dieses mal ein deutscher Kollege, der für ein Forschungspraktikum in meiner Gruppe arbeitet. Er will vor seiner Abreise Ende November noch so viel von Kalifornien sehen wie möglich und ich bin für solche Trips ohnehin immer zu haben. Außerdem ist ja am kommenden Donnerstag Halloween und das Gaslamp Quarter bekannt als Partymeile, insgesamt also hatten wir eine hervorragende Ausgangslage für ein grandioses Wochenende.


Nachdem wir also am Samstag das Sightseeing genossen hatten, bei dem ich das unverhoffte Glück hatte einen leibhaftigen Papagei auf den Arm nehmen zu dürfen, ging es abends in Richtung Innenstadt. Auf dem Weg dorthin begegneten wir natürlich einer Vielzahl an kostümierten, leicht bis mittelschwer angetrunkenen Party-willigen und eine Gruppe von Menschen, deren Superheldenkostüme irgendwie anders waren. Vielleicht war es auch die Tatsache, dass die drei ein Team aus Kameramann, Mikrophonhalter und junger Frau mit Klemmbrett im Schlepptau hatten, irgendwie sahen sie jedenfalls nicht so aus, als wären sie auf dem Weg in die nächst beste Bar.

Wir dachten uns nichts weiter und waren drauf und dran die merkwürdige Truppe wieder zu vergessen, als uns die junge Dame mit dem Klemmbrett an der nächsten Kreuzung einholte und fragt, ob wir bereit wären ihr ein Interview zu geben. Wie sich herausstellte, war das Kamerateam eine Gruppe Studenten, die für ein Projekt eine Dokumentation über die Xtreme Justice League drehen. Dabei handelt es sich um Leute, die nachts kostümiert auf Patrouille gehen um Verbrechen zu bekämpfen. Wie im Comic, nur im echten Leben.

Die Mitglieder der XJL. Das Bild habe ich leider nicht selbst aufgenommen, sondern von der Facebook-Seite geliehen.

Wie sich weiter herausstellte waren die auffällig Kostümierten genau solche Crimefighter und wie sich der geneigte Deutsche denken kann, für den Selbstjustiz schon von gesetzlicher Seite völlig außer Frage steht, ist diese Form der Verbrechensbekämpfung auch in den USA nicht unumstritten. Die Mitglieder der XJL sind alle in mehreren Kampfsportdisziplinen trainiert und haben sich auch intensiv mit der gesetzlichen Lage vertraut gemacht und können der Polizei tatsächlich helfen. Aber wie immer gibt es natürlich auch die anderen Leute die es gut meinen, aber die Umsetzung eher halbherzig bewerkstelligen und dann in Schwierigkeiten geraten. Insgesamt also eine spannende Angelegenheit.

Ich persönlich finde diese Herangehensweise sehr gut, vorausgesetzt die Vorbereitung stimmt. Sie zeigt nämlich, dass jeder dazu beitragen kann, dass die eigene Stadt ein bisschen sicherer wird und gibt vielleicht einen Anlass für uns "normale" Bürger zu mehr Zivilcourage. Ich kann aber auch sehen, dass andere Leute anderer Ansicht sein können, was haltet ihr davon? Das Blog hat eine wunderbare Kommentarfunktion, lasst mich eure Meinung hören!

Wir haben also unsere Ansichten zum Thema geäußert und wenn die Dame mit dem Klemmbrett ihr Versprechen einhält, bekommen wir eine E-Mail sobald die Dokumentation fertig ist. Wenn es soweit ist, werde ich natürlich davon berichten.

Vorläufig steht aber vor allem das echte Leben an und um hier Heldentaten zu vollbringen muss ich erst einmal vom Laptop weg. In diesem Sinne, eine schöne Woche euch allen!

Freitag, 18. Oktober 2013

Here we go again!

So meine werten Damen und Herren, es geht wieder los. Ich bin zurück im Golden State, wieder einmal in höchst wissenschaftlicher Mission und diesmal sogar noch ein bisschen länger als beim letzten Mal.

Zuerst mal ein kurzer Überblick über die Lage: Mittlerweile habe ich mein Studium abgeschlossen und bin seit April 2012 dabei an meiner Doktorarbeit zu werkeln. Im letzten Jahr hat sich dabei die Gelegenheit abgezeichnet für einen Aufenthalt als Gastforscher einer Kollaboration an die UC Santa Barbara zu gehen. Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen und bereits ein Proposal und ein paar Nerven später konnte ich die Finanzierung durch BaCaTeC mein Eigen nennen. Damit stand meiner Rückkehr nichts mehr im Weg! Um es kurz zu machen, geht es in meinem Projekt, wie auch in meiner Dissertation um die Suche nach neuen Supraleitern. Auf die Details möchte ich an dieser Stelle noch nicht eingehen, das werde ich in einem zukünftigen Beitrag nachholen.

Der langen Rede kurzer Sinn ist, dass ich am kommenden Montag meine viermonatige Arbeit in der Gruppe von Ram Seshadri am Materials Research Laboratory der UC Santa Barbara aufnehmen werde. Um alle die im (wie mir berichtet wird) eher wenig sommerlichen Deutschland verblieben sind ein wenig auf dem Laufenden zu halten und vielleicht auch den ein oder anderen Tipp für einen zukünftigen Aufenthalt an der sonnigen Westküste der USA zu geben werde ich hier meine Erfahrungen und Erlebnisse sowie das ein oder andere Foto teilen. Wer möchte darf von der Existenz dieses Blogs natürlich gerne auch anderen berichten, über Feedback und Kritik freue ich mich immer!

Let's do this!

Dienstag, 22. Februar 2011

If I can make it there...

Lang ists her seit es das letze Mal Neuigkeiten aus Fernwest gegeben hat...und das aus guten Grund. Wie sich nämlich rausstellte hat man im Labor erheblich mehr Zeit wirre Gedanken in den virtuellen Orbit zu entlassen, als wenn man sich zuerst auf einen Roadtrip durch Südostkalifornien bis nach Phoenix begibt und dann von der lippensprengenden Trockenheit der Wüste in die beinahe arktische Kälte Colorados fliegt. Wenn man dort dann auch noch von Freunden umsorgt und mit kulturellen und kulinarischen Ausflügen beschäftigt wird, vergisst man ganz schnell mal, den Blog zu füttern :)

Blick aus dem Capitol Building in Danver, CO

Wie der Titel dieses Eintrags schon vermuten lässt ist die nächste - und letzte - Station auf der Reise gen Osten der große Apfel am Atlantik. Nachdem beim letzten Besuch einige wichtige Stationen wie z.B. das MetArt aus Zeitgründen nicht die nötige Beachtung finden konnten, stehen sie diesmal ganz oben auf dem Programm. Im Moment bin ich dabei die letzten Stationen heraus zu arbeiten, wobei mir die Süddeutsche Zeitung sehr behilflich ist, die in dem verlinkten Sonderartikel diverse kostenlose Stationen empfiehlt.

Sobald dieses Abschluss-Highlight dann "abgehakt" ist, geht es wieder in die Heimat ins - wie mir berichtet wird - nicht sehr warme München. Sobald der Jetlag dort überwunden ist, werde ich damit beginnen, die letzten Stationen wie den Joshua Tree Nationalpark, Denver und natürlich NEW YORK in handliche Blog-happen verpackt der Öffentlichkeit zugänglich machen. Bis bald Deutschland!

Montag, 24. Januar 2011

It's a jungle in here!

So, es hat mal wieder etwas länger gedauert, diesmal aber aus höchst wissenschaftlichen Gründen. Ich durfte nämlich vergangene Woche einen Teil der Laseranlage umbauen, was gleichermaßen zeit- wie nervenaufwendig war, weil das Ausrichten des Laserstrahls ein ziemliches Gefummel ist.

Die Früchte der Arbeit:
Auf der Metallschiene in der Mitte sieht man zwei Linsen und dazwischen ein so genanntes Pinhole

Das "Pinhole" (Ein kleines Loch in einer Platte, durch das das Licht hindurch muss), das wir eingebaut haben, sorgt einfach gesagt dafür, dass wir mit höherer Ortsauflösung (in z-Richtung) Spektren von unseren Proben aufnehmen können. Zumindest in der Theorie. Wie sich nämlich rausstellte, ist das Pinhole (Durchmesser 25µm) zu groß um den gewünschten Effekt zu erzielen, weswegen es wieder rausgenommen wurde. Naja, ich hab eine ganze Menge dabei gelernt, deswegen wars die Mühe wert, auch wenn es natürlich schade ist, dass der Aufbau nicht bleibt.

Aber es ist ja noch ein kleiner Reisebericht von San Diego offen, den ich schuldig geblieben bin. Los geht's!

Insgesamt haben wir drei Tage in und um San Diego zu gebracht, einer der größten Städte in Amerika (auch wenn es sich nicht direkt danach anfühlt...) Zuerst haben wir uns Downtown bzw. das bekanntere "Gaslamp Quarter" angesehen, eine historischer Abschnitt von einigen Blocks in denen sich zahlreiche Restaurants, Gallerien und Clubs finden. Die Umgebung ist von relativ viel Street-Art geprägt, wir haben sogar ein Mosaik des bekannten Künstlers der unter dem Pseudonym "Space Invader" arbeitet entdecken können. Die Mall im Zentrum ist durch ihre verwinkelte Architektur auch sehenswert, auch wenn die Läden natürlich  weitgehend die gleichen sind wie überall.

Ein Kunstwerk am zentralen Parkhaus
Von dort aus ist es nicht weit (zumindest per Auto) zu den Docks, die neben einem zum Museum/Partyboot umgestalteten Flugzeugträger auch das "Seaport Village" beherbergen. Dort finden sich jede Menge kleiner Läden die von dekorativen Seefahrt-Assecoires bis hin zu Hot Sauces jede Menge "Kleinkram" zu bieten haben und eine erfrischende Abwechslung zu den sonst allgegenwärtigen Ketten bieten. Natürlich konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen und habe in besagtem Hot-Sauce Laden ordentlich zugeschlagen.

Weiterhin sehenswert ist der gigantische Balboa Park der mich vor allem was die Architektur der Gebäude betrifft irgenwie an Barcelona erinnert hat. Man findet hier neben der Parkanlage diverse Museen, einen kleinen botanischen Garten und natürlich den weltbekannten San Diego Zoo (deutsch, der englische Artikel ist ausführlicher), dessen Hauptattraktion die Pandas sind. 
Eines der vielen schönen Gebäude im Balboa Park
Man kann einen vollen Tag problemlos dort zubringen und ich würde jederzeit wieder hin wollen. Die Art und Weise wie der Zoo angelegt ist ist einfach der Wahnsinn. Man hat das Gefühl  durch einen Jungel zu wandern, der eine schier unglaubliche Fülle verschiedenster Tiere zu bieten hat. Die Gehege sind mit viel Hingabe angelegt und man hat das Gefühl, dass sich die Tiere wirklich wohl fühlen. Das beste war jedoch, dass wir ein erst eine Stunde zuvor gebohrenes Kalb einer seltenen chinesischen Wasserbüffel Art zu Gesicht bekamen, die nur in einer handvoll Zoos auf der Welt zu bestaunen ist. Das wurde nur noch von einem Bambus-mampfenden knuddeligen Panda getoppt, der die Aufmerksamkeit des Publikums sichtlich genoss. 

Das noch nicht mal 1 Monat alte Elefantenbaby im Wild Animal Park
 Zum Zoo gehört auch der Wild Animal Park in dem man auch problemlos einen Tag zubringen kann. Hier lassen sich in gigantischen Gehegen Löwen, Antilopen, Zebras und allerlei anderes afrikanisches Savannengetier in fast natürlicher Umgebung bestaunen und wenn man ein wenig mehr investiert sogar Giraffen per Hand füttern. Das schöne an diesem Park ist, dass er vollständig nicht gewinnorientiert arbeitet, sondern das verdiente Geld in Projekte zur Arterhaltung auf der ganzen Welt steckt. Man fühlt sich also gut, wenn man da war, nicht nur weil der Park schön ist. Mein Highlight dort war der Gepard, der an einer Leine zu den Besuchern geführt wurde. Auf armlänge zu diesem Tier zu sein ist schon was Besonderes und dank der Tierpflegerin weiß ich nun auch, dass Raubkatzen nur entweder schnurren oder brüllen können, aber nie beides. Der Gepard gehört eindeutig zur schnurrenden Gruppe, was bei seiner Größe schon fast ein bisschen bizarr wirkte.

Damit ist das Kapitel San Diego auch schon wieder zu Ende. Ich hoffe ich komme diese Woche nochmal dazu eine kurze Zusammenfassung der anderen Kurztrips online zu stellen. Ich werde mir Mühe geben ;-) Auf in die letzte Woche meines Praktikums!

Freitag, 7. Januar 2011

Rags and Riches

Lang hat's gedauert, aber es ist endlich mal wieder so weit: Es gibt neue Geschichten aus dem Land der unbegrenzten Merkwürdigkeiten!

Nachdem für die Woche nach Weihnachten bis einschließlich 02.Jan "Urlaub" vom Labor angesagt war, gab es jede Menge Zeit für Trips hier in der näheren Umgebung. Die Zeit wurde genutzt und mit fast 1000 Meilen Autofahrt gefüllt, was wiederum jede Menge neues Material für Blogeinträge bedeutet.

Ich werde versuchen über die nächsten Tage alle Ausflüge auf zu arbeiten, da alle auf einmal zu beschreiben ein wenig den Rahmen eines einzelnen Eintrags sprengen würde. Begonnen wird mit L.A.

Nachdem es bereits einen kurzen Trip nach Hollywood gegeben hatte während mein Bruder zu Besuch war, stand dieses Mal Downtown, Chinatown und alles dazwischen auf dem Programm.
Generell ist zu sagen, dass bis vor einigen Jahren die Innenstadt von El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles del Río de Porciúncula, wie die Metropole zu Beginn ihrer Geschichte benannt wurde (Es ist denke ich offensichtlich wieso dieser Name nicht beibehalten wurde), wohl nicht wirklich zu den Top-Gegenden zählte, eine Tatsache von der die zahlreichen Obdachlosen die die Parks und öffentlichen Plätze durchstreifen immer noch zeugen. Auch einige Gebäude (beispielsweise das alte Justizgebäude) sind immer noch in einer nicht wirklich sehenswerten Verfassung, aber die Bereiche die erneuert wurden sind wirklich beeindruckend. 

Wartehalle der Union Station


Einige Häuser des historischen Stadtkerns sind immer noch intakt (bekannt als Pueblo de los Angeles) und beherbergt einen lustigen kleinen mexikanischen Markt, inklusive Musikanten und diverser authentisch mexikanischer Spezialitäten. Von dort aus ist es ein Katzensprung zur äußerst beeindruckenden Union Station die nach wie vor als Hauptbahnhof genutzt wird und auf jeden Fall ein Zwischenstopp auf jeder Reise in diese Stadt sein sollte. Von dort aus weiter Richtung Stadtzentrum begegnet man der weltberühmten Walt Disney Concert Hall und diversen Wolkenkratzern der Stadtverwaltung, ebenso wie der erst 2002 fertig gestellten Cathedral of our Lady of the Angels. Von dort aus ist es dann nicht weit zur Public Library, die wie fast jedes halbwegs öffentliche Gebäude hier NATÜRLICH eine eigene Kantine besitzt. Wenn man bedenkt, dass in unserer Campus Bibliothek in München sogar die Mitnahme von Wasser untersagt ist eine ziemlich erstaunliche Tatsache. 

Blick aufs Rathaus


Neben einigen kleineren Stopps unterwegs durfte dann natürlich Chinatown nicht fehlen. Ein erwartungsgemäß sehr geschäftiger Ort, auch wenn er sich deutlich von San Francisco's Chinatown (Lasers&Bacon berichtete) unterscheidet. Die Geschäfte hier erschienen weniger auf Touristen abgestimmt, Jeff aus meinem Lab empfindet es aber zum Beispiel genau anders herum, also ist das wohl persönliche Geschmackssache.  Es gab auf jeden Fall alles zu kaufen was man sich vorstellen kann, von billigem Plastikspielzeug über Nun-Chucks, hin zu äußerst dubiosen Wurzeln und Kräutern, deren Namen vorsichtshalber gar nicht erst in lateinischen Buchstaben angeschrieben waren. Ein etwas unschöner Fakt war, dass kleine Schildkröten die wohl gerne als Haustiere gehalten werden, in viel zu kleinen Wassertanks in der prallen Sonne standen. Artgerechte Haltung sieht anders aus.

Als krasser Kontrast dazu steht Beverly Hills, das man sich in etwa so vorstellen kann, wie die Maxstraße in München, allerdings übertriebener in JEDER Dimension. Allein auf dem Weg vom Auto zum Rodeo Drive (DIE Shopping Meile für alle die nicht wissen was sie mit ihrem Geld anfangen sollen), waren 5 Ferraris, 2 Aston Martin DB9 und zwei Autos deren Marke ich noch nicht mal kannte, zu sehen. Im besagten Rodeo Drive, dem sagenumwobenen Ort an dem sich die Berühmtheiten für ihre Öffentlichkeitsauftritte ausstatten, sind die Schaufenster reich gefüllt mit allerlei modischen Extravaganzen, allein die Preisschilder fehlen. Ich schätze wer dort einkauft, muss nicht überlegen wie viel Dinge kosten...

Auf dem Rodeo Dr werden Häuser verschenkt...


Da auf dem Rückweg der Highway aufgrund eines Unfalls völlig verstopft war und es schon reichlich spät war, nahmen wir eine alternative Route durch die Stadt um Zeit zu sparen. Das war sicherlich eine der besten Entscheidungen überhaupt, wenn auch nicht ganz ungruselig. Die Straße begann nämlich im Ghetto, inklusive heruntergekommener Häuser, Schlaglöchern in denen man einen Whirlpool anlegen könnte und Gestalten die einen instinktiv dazu verleiten die Autotüren von innen zu verriegeln. Es zeigte sich aber gerade da die Doppelnatur L.A.'s: Die superreichen, luxuriösen Gegenden von Beverly Hills und ähnlichen Gemeinden stellen leider nur einen sehr kleinen Bruchteil der Realität in dieser Stadt dar. Die meisten Gegenden sind untere Mittelklasse bis hin zu den besagten Ghettos, in denen die Leute nicht viel von all dem Geld, das in dieser Stadt verdient wird haben. Das lässt einen schon ein bisschen nachdenklich werden.

Mit diesem Gedanken möchte ich den heutigen Eintrag auch schon wieder schließen, in den nächsten Tagen folgen Berichte aus den Universal Studios (kalt aber spaßig), San Diego (anders aber schön), dem San Diego Zoo (bester Zoo EVER) und vielen anderen großen und kleinen Sehenswürdigkeiten in Südkalifornien!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Flowers in my hair...

Nach dem kleinen fremdsprachigen Intermezzo vom letzen Mal geht es diesmal in gewohnter, traditionell muttersprachlicher Weise weiter. Um genau zu sein werde ich von unserem kleinen Trip nach San Francisco von vor 2 Wochen erzählen, der mich tief beeindruckt hat.

Nach diversen Planungen und verschiedensten Routen, die unter anderem Abstecher in den Yosemite Nationalpark bzw. ins Death Valley einschlossen, entschieden wir uns dafür es bei einem einfachen Trip entlang des Pacific Coast Highway zu belassen und lieber dafür insgesamt mehr Zeit und in Monterey eine Übernachtung auf dem Hinweg ein zu planen. Wir begaben uns also am Freitag relativ frühzeitig auf die Straße um möglichst viel Sonne ab zu bekommen.

Die ersten Stunden liefen gut, auch wenn es in der Nähe von L.A. ein wenig zähflüssig wurde, da wir noch die Ausläufer der Rush-Hour mitbekamen, bis plötzlich ein beunruhigendes kleines Lämpchen auf dem Amaturenbrett zu leuchten begann. Es trug den Titel "Check Engine" und wies uns laut Handbuch an, unseren fahrbaren Untersatz innerhalb der nächsten paar Meilen in eine Werkstatt zu bewegen (Wenigstens blinkte es nicht, das hätte Überhitzung und damit das sofortige Aus bedeutet). Nach eingehendem Studium der Betriebsanweisung fiel uns jedoch ein Schlupfloch auf, das unseren Roadtrip retten könnte: Das Lämpchen leuchtet offenbar auch, wenn der Tankdeckel nicht ganz zugedreht ist. Wie sich herausstellte war genau das der Fall und wir mussten nur noch warten bis die etwas betagte Elektronik des Wagens bemerkte, dass wir den Tankdeckel nun richtig verschlossen hatten und uns daraufhin mit dem Erlöschen des Lichtes belohnte.

Der weitere Weg war vor allem durch die Änderung der Landschaft von dem klassischen Palmenstrand mit Kakteen und Konsorten hin zu einem etwas raueren Anblick der mich, wenn ich schon mal dort gewesen wäre am ehesten an die nordfranzösische Atlanktikküste erinnern würde. Wir nutzen jede sich bietende Gelegenheit aus um kleine Zwischenstopps zu machen, sei es am State Beach "El Capitan" (Bild oben) oder an einem sandigen Abschnitt, der als "Vehicle Recreation Park" ausgewiesen war, sprich alles was Quads und Offroader hat kann dort staatlich abgesegnet durch die Dünen heizen...Amerika ist ein lustiges Land.

Nachdem wir in Monterey übernachtet und uns mit einem ordentlichen Pancake&Bacon Frühstück für die Weiterreise gestärkt hatten beschlossen wir uns noch die bekannte Cannery Row an zu sehen, bevor wir den Rest der Reise nach SFO antraten. Den Besuch im weltberühmten Aquarium mussten wir leider sausen lassen, da die Schlange einfach zu lang und unser Zeitpuffer dafür zu klein war. Als Ausgleich dafür beschlossen wir noch einen Zwischenstop in Santa Cruz ein zu legen und uns dort den Pier (inklusive schlafender Seehunde) und die Küstenlandschaft zu Gemüte zu führen. Nach einigen Stunden Fahrt die von einem fulminanten Sonnenuntergang begleitet wurde, erreichten wir zu später Stunde unser Motel in der Lombard Street und erholten uns mit einem 50er Pack Buffalo Wings aus dem nahegelegenen gleichnamigen Restaurant.


Frisch erholt zogen wir tags darauf los, die Stadt zu Fuß zu erkunden, eine zu gleichen Teilen eindrucksvolle wie höchst anstrengende Erfahrung. Dem ein oder anderen wird San Francisco als sehr hügelig bekannt sein und ich kann nur sagen: das ist kein Gerücht. Nichts desto weniger bekamen wir auf diesem Weg eine ganze Menge zu sehen: Über Japan Town und den Union Square ging es in Richtung China Town (eine beeindruckende Erfahrung, auch wenn wir keine Dim Sum gegessen haben...) und von dort aus zum Pier 39 und über die Hafenpromenade wieder zurück zum Motel. Reichlich platt, fiel die Abendgestaltung ein wenig mager aus: Wir nutzen das kostenlose Kabelfernsehen.

Nachdem man natürlich San Francisco nicht besucht haben sollte ohne das Wahrzeichen gesehen zu haben stand am folgenden Tag der Besuch der Golden Gate Bridge an. Um den berühmten Pier 39 auch noch einmal bei Tag zu Gesicht zu bekommen und vor allem einen Blick auf Alcatraz werfen zu können, beschlossen wir außerdem uns hier noch einmal um zu sehen. Da wir auf dem Weg dorthin auch noch einen kleinen Abstecher zum ebenfalls sehr bekannten "Russian Hill" machten, erreichten wir das goldene Tor genau zur rechten Zeit: Die Sonne war gerade im Begriff unter zu gehen und bot uns ein einmaliges Schauspiel. Nachdem wir den verbliebenen Platz unserer Speicherkarten mit zahlreichen Dokumentationen dieses Sonnenuntergangs gefüllt hatten, gönnten wir uns für den Rückweg eine Fahrt mit dem BART.

Früh am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von dieser wunderbaren Stadt und noch ehe die  Heizung die letzen Reste des kalten Windes aus den Untiefen unserer Jacken vertrieben hatte, waren wir auch schon wieder auf den Highway Richtung Süden, zurück zu den Palmenstränden von Newport Beach.


Montag, 6. Dezember 2010

Verkehrte Welt

Alright, time for some changes around here. From now on this blog will only be written in English out of respect to my numerous fans in the US. 

OK just kidding, since this blog is intended to keep my folks in Germany posted about my adventures in the land of the free, this will be a one-time-only special English issue. And it's also going to be really short. But none the less I hope you enjoy it.

Speaking of enjoying: I want to use this opportunity to announce that from now on I will never EVER accept the crappy old classic versions of the Christmas songs on my eardrums again. Seriously.
I was to 2 malls over the last week and listened to 5 versions of "Jingle Bells", 3 versions of  "Oh Tannenbaum" (yeah, that's right. They got it here) and at least 3 versions of "Last Christmas". And they all were good. Some were smooth Jazz, some others had a hint of Drum and Bass, all were at least not bad. Sure, the original versions are nice and all, but when you hear what else can be done with those classics they seem...well, kind of worn off. So while you do your Christmas shopping, take some time, talk to your local shop owner and you'll see that buying presents can be actually a little less stressful when you got some good tunes in your ear. Oh and of course while you're not enjoying different versions of Christmas songs, you can enjoy some brand new stories from San Francisco, which will be delivered right onto your screens within the next few days...

Dienstag, 23. November 2010

Raindrops keep falling in my bed...

Nach einer etwas längeren Pause gibt es wiedermal Neuigkeiten aus dem Land der begrenzten Unmöglichkeiten.

Das Wetter hat sich in den letzten Tagen, besonders am Wochenende, für das ja eigentlich ein Trip nach L.A. vorgesehen war deutlich verschlechtert, es hat nämlich so richtig zu regnen begonnen. Naja. Nach lokalen Standards zumindest. Auf einer deutschen Regensala würde das was hier vom Himmel fällt bestenfalls als wirklich starker Nieselregen durchegeh, aber es reich um den Aufenthalt außerhalb der eigenen vier Wände sehr viel unangenehmer zu machen.

Nicht zu vergessen das Schlafen in eben diesen.

Aus irgendeinem Grund, hat der Architekt, der diese wunderschönen Wohnblocks erdacht hat, den genialen Einfall gehabt, man könne doch Regenrinnen mit eckigem Querschnitt verwenden. An sich spricht da ja nichts dagegen. Wenn man nun aber die Auslässe am unteren Ende in einem rechten Winkel abknicken lässt führt das zu dem "lustigen" Effekt, dass das herabströmende Wasser nicht abgeleitet wird, sondern in DICKEN Tropfen auf die untere Metallfläche fällt. Nachdem die Regenrinne dann ja auch naturgemäß hohl ist, und die Wände hier sowieso eher aus recycleten Zeitungen, denn aus Steinen bestehen klingt das dann so, als würde das Wasser einem direkt auf den Kopf tropfen. Allerdings lässt sich dieser Effekt mit ein wenig Erde und zwei flachen Steinen zur Dämpfung minimieren, so dass man wieder "trocken" schlummern kann.

Ansonsten laufen grad die Planungen für einen Aufenthalt in San Francisco am Wochenende, komplett mit Fahrt über den Pacifc Coast Highway und Tour zurük über einige National Parks. Das wird awesome.

Mittwoch, 17. November 2010

Burgers and Policemen

Nachdem das letzte Update ja nun schon ein Weilchen zurück liegt und eher theoretischer Natur war, kommt der brandneue Blogeintrag mit einer lustigeren Geschichte daher.

Da unsere Wohnanlage für Grad Students und Postdocs gedacht ist und diese bekanntlich sehr hungrig sind, gibt es in unregelmäßigen Abständen hier immer mal wieder kleine Veranstaltungen um die Bewohner miteinander ins Gespräch zu bringen und Unmengen kostenlosen Essens los zu werden. Gestern fand in eben diesem Rahmen ein BBQ statt, zu dem auch eine ganze Menge Leute kamen (Ich wusste bisher gar nicht, dass es hier überhaupt so viele Bewohner gibt...). Nach kurzer Zeit standen dann 5 uniformierte Beamte des UCI Police Departments (Ja, richtig, die Uni hat ein eigenes Polizeipräsidium...man gönnt sich ja sonst nichts), allerdings nicht um wie üblich die Party zu beenden, sondern um sich auch den ein oder anderen Burger zu schnappen. Die Veranstaltung war nämlich dazu gedacht die Bewohner und die Polizisten quasi "unter günstigen Umständen" miteinander bekannt zu machen.

Es dauerte dann auch nicht lange, dass wir mit Richard, seines Zeichens Seargant im UCIPD, ins Gespräch kamen, der wie sich herausstellte eine Ehefrau namens Heidi hat, die aus der Nähe von Düsseldrof stammt. So klein kann die Welt sein. Der gute Mann war völlig aus dem Häuschen Deutsche in Kalifornien getroffen zu haben, zumal er gerade Anfang Oktober mit Heidi in Deutschland zu Besuch war. Er trug uns dann auch gleich auf seine Frau mit einer E-Mail zu erheitern, die komplett auf Deutsch geschrieben sein sollte, weil sie so selten dazu käme Deutsch zu sprechen oder zu lesen. Nach einigen wirklich erheiternden Geschichten verabschiedete er sich dann mit seinen Kollegen auch schon wieder und wir hatten Gelegenheit uns auch noch mit ein paar anderen Bewohnern der Anlage zu unterhalten. Als wir dann aufbrechen wollten (Es wurde schon wieder abgebaut) wurden uns die Reste des Burger-Zubehörs vermacht, weil sie sonst nur weggeschmissen worden wären.



Tja sieht so aus, als gäbe es viel Salat in den nächsten Tagen. Meine Mama wird zufrieden sein ;-)

Montag, 8. November 2010

Chasing CARS...

Es ist soweit. Die Spannung ist sicherlich schon riesengroß und um es nicht damit zu übertreiben kommt nun die (ich bin sicher) lange ersehnte Erklärung weswegen ich überhaupt hier bin...

Die Technik mit der ich arbeite nennt sich CARS-microscopy, das steht für Coherent Anti-Stokes Raman Scattering und der Begriff "microscopy" deutet schon an, dass es sich dabei um ein bildgebendes Verfahren handelt. Das ganze beruht auf einem speziellen Fall des so genannten Raman-Effekts (Raman hieß der schlaue Mensch, der den Effekt zum ersten mal beschrieben hat) der kurz gesagt das Phänomen beschreibt, dass das Laserlicht, das an einer Probe die man untersuchen möchte gestreut wird, andere Wellenlängen (und zwar ganz bestimmte), d.h. andere "Farben" hat, als das, welches man einstrahlt.Welche Wellenlängen dabei auftreten hängt in ganz bestimmter Weise von der Probe ab.

Man kann sich Moleküle (bei denen sich das am anschaulichsten beschreiben lässt) als Kugeln vorstellen, die über Spiralfedern miteinander verbunden sind. Die Kugeln entsprechen in diesem Fall den Atomen, die Federn den Bindungen zwischen den Atomen. Wenn man sich jetzt den einfachen Fall von zwei Kugeln und einer Feder dazwischen vorstellt und man dem Spielkind in sich freien Lauf lässt, dann schubst man früher oder später mal die eine an. Was passiert? Genau, das ganze fängt an zu schwingen und zwar desto mehr und/oder schneller, je fester und/oder öfter man anschubst. So, nachdem wir aber keine Kugeln vor uns haben, sondern Atome und auch keine echten Federn dazwischen wird die ganze Sache ein bisschen kompliziert. Man kommt nämlich in eine Größenordnung in der der Begriff "Quantenmechanik" sein Unwesen treibt und damit gelten andere Spielregeln. Der Begriff sagt nämlich schon, dass hier eine Art von Quantisierung herrscht. Auf der atomaren Skala kann man nämlich nicht einfach mal beliebig schnell oder beliebig fest schubsen, sondern nur mit ganz bestimmten Geschwindigkeiten bzw. Stärken, d.h. man kann dem Molekül (den Kugeln mit der Feder) nur ganz Bestimmte "Päckchen" an Energie zu führen.

Was hat das jetzt mit der Bildgebung zu tun?

Wenn man eine ganz bestimmte Päkchengröße an Energie in ein solches Molekül hinein schickt, bekommt man eine ganz bestimmte Antwort in Form von Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge (Farbe). Das schöne ist, dass man mit der Energie (das heißt mit der Art wie man schubst) aussuchen kann welche Moleküle Antworten, das heißt, welche Moleküle so zu sagen am "Leuchten" beteiligt sind das man, zum Beispiel mit einer CCD-Kamera (im Prinzip eine Digitalkamera, nur ein wenig spezieller..und teurer) detektieren kann. Das heißt man kann ohne irgendwelche Farbstoffe, Fluoreszenzmarker, Gentechnik (WAAAAAH, ER HAT DAS G-WORT GESAGT!) oder irgendwelche anderen Eingriffen, kontrastreiche Bilder (Orte an denen viele Zielmoleküle sind erscheinen hell, andere dunkel) von Bereichen mit bestimmter chemischer Zusammensetzung aufnehmen und sogar unheimlich kleine Strukturen, wie z.B. Zellorganellen auflösen. Und damit sind wir auch schon wieder bei meinem Projekt.

Ich benutze diese chemische Spezifität der CARS-microscopy um in biologischen Proben heraus zu finden, wo genau sich z.B. Cholesterin im Verlauf der Arterioslkerose ansammelt, und damit letztendlich wie diese Krankheit verläuft. Man weiß nämlich trotz jahrelanger Forschung immernoch nicht so ganz genau, was vor allem im Frühstadium passiert, weil man bisher nur mit bestimmten Farbstoffen Dinge sichtbar machen konnten, dabei aber das Problem hat, dass diese Farbstoffe den Ablauf in den Zellen die betroffen sind beeinflussen. Wenn man eine Möglichkeit hätte die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren wären natürlich die Heilungschancen größer, weswegen auch schon (erstaunlich weit fortgeschrittene) Versuche laufen, diese Technik in einer Art Endoskop zu verbauen. Naja, aber man muss ja auch wissen wonach man sucht...und das heraus zu finden, oder zumindest einen Teil zu diesem Wissen bei zu tragen, ist meine Aufgabe.

Falls das bisher nicht zu furchtbar war, werde ich in einem der nächsten Updates vielleicht auch noch was zum Krankheitsverlauf erzählen und wonach genau ich suche, aber für heute ists glaub ich ertmal genug.

Zum Abschluss gibts noch ein paar Bilder aus den ersten zwei Wochen irvine. Viel Spaß damit und falls Fragen oder brennendes Interesse an weiteren Informationen bestehen habe ich immer ein offenes E-Mail Postfach ;)

Unsere Wohnanlage

Blick auf die Science Library auf dem Campus

Die allgegenwärtige "exotische" Blume

Der Anteater, das Maskottchen der Uni

Meine Wenigkeit im Spectrum Center

Neulich im Labor...

Donnerstag, 4. November 2010

And here we go!

Nachdem heute mein erster Tag am tatsächlichen Mikroskop war und die ersten Bilder aufgenommen habe (zwar nicht für mich, aber immerhin), hab ich beschlossen ein Update zu veröffentlichen und darin unter anderem zu enthüllen, was genau ich eigentlich im Labor mache.

Zunächst mal muss ich aber unbedingt von meinem Besuch im Social Security Office in Mission Viejo erzählen. Als Junior Specialist mit J-1 Visum (klingt ziemlich cool, oder?) bin ich verpflichtet mir vom amerikanischen Staat eine Social Security Number verpassen zu lassen. Damit habe ich dann hier in den USA eine offizielle Identität. Naja, nun stellt man sich ja als deutscher Staatsbürger, in meinem Fall deutlich von Behördengängen zum KVR in München geprägt, auf längere Wartezeiten, unfreundlichste Beamten und geballtes Desinteresse am eigenen Anliegen ein. (Ich habe schon erlebt, dass im fertigen Reisepass das Geschlecht falsch eingetragen war, aber das wird eine andere Geschichte). Mein Rucksack wurde also mit den noch zu lesenden Papers und einem kühlen Getränk ausgestattet und ab ging die "Reise". 

Die erste Überraschung war, dass man seine Wartenummer abhängig vom Anliegen ziehen muss, also jemand der nur einen kleinen Ausdruck braucht, deswegen nicht zwei Stunden zu warten hat. Fand ich schonmal gut, auch wenn ein ähnliches System meines Wissens mittlerweile auch in München Einzug gehalten hat. Soweit so gut. Nach nur 10 Minuten (es war eigentlich nicht gerade wenig los) war ich dann auch schon dran. Völlig verwirrt ob der kurzen Zeit die mir zum Lesen vergönnt war begab ich mich also in den Raum mit den Cubicals, gespannt darauf, wie ich mit dem erwarteten Verwaltungs-Charme in englischer Sprache klar käme.
Sehr zu meiner Überraschung aber machte mir die junge Beamtin erstmal ein Kompliment zu meinem T-Shirt, auf dem das Maskottchen der UCI abgebildet ist und plauderte über ihre Studienzeit dort (Sie hatte Geschichte studiert) und wie schön der Campus sei. Von der Tatsache, dass ich alle nötigen Unterlagen beisammen hatte war sie dann auch begeistert (anscheinend ist das nicht üblich dort...) und nach einigen kurzen Fragen zu meiner Person (In welchem Teil Deutschlands denn Dachau läge - Deutschland wird wohl immernoch in West und ehemals Ost eingeteilt) gefolgt von ein paar Belehrungen, was ich mit meiner Nummer alles machen kann (Nichts. Ich darf sie nämlich im Grunde niemandem außer der ausstellenden Behörde geben...) war ich dann auch schon wieder draußen. Angenehme Behördengänge sind also möglich! Vielleicht hängt das aber auch mit der allgemein freundlichen Art der Kalifornier zusammen...

Jetzt habe ich es doch tatsächlich geschafft mich schriftlich zu verratschen...um die Dimensionen dieses Updates überschaubar zu halten, werde ich darum nun doch auf den "Theorie-Teil" verzichten  und mit dem Versprechen diesen baldigst nach zu liefern, so langsam in Richtung Bett aufbrechen...schließlich gilt es ja auch morgen wieder einiges an Wissen zu schaffen!